Vor ein paar Wochen wurden die Nominierungen für die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ bekannt gegeben. Neben „Luxor“ von Rüdiger Dorn und das von vielen favorisierte „Azul“ von Michael Kiesling, zählt auch das kleine und unscheinbare „The Mind“ von Wolfgang Warsch zu den drei Nominierten. Doch worin genau liegt der Reiz bei einem Kartenspiel, bei dem man nur Karten nach ihrer Zahl auslegt? Und ist „The Mind“ überhaupt noch ein Spiel oder ein Erlebnis? Wir finden es heraus.

TheMind1

Aufbau

Je nach Spieleranzahl wird eine bestimmte Zahl von Leveln gespielt. Bei zwei Spielern sind es ganze 12 Level, in einem Spiel zu dritt noch 10 Level, und bei der vollen Besetzung von 4 Spielern werden nur noch 8 Level gespielt. Zudem erhalten die Spieler als Gruppe eine festgelegte Anzahl gemeinschaftlicher Leben und Wurfsterne. Zu Beginn des ersten Levels erhält jeder Spieler eine Handkarte. In den nachfolgenden Leveln dann immer eine mehr.

TheMind2

Spielverlauf

Nun gilt es die erhaltenen Karten anhand ihrer aufgedrucken Zahl aufsteigend auszulegen. Bei den Karten handelt es sich um die Zahlenkarten von 1 bis 100 und jede dieser Karten kommt nur einmalig im gesamten Deck vor. Der Clou bei der Sache ist: Es darf weder geredet noch irgendwelche anderen Zeichen gegeben werden. Die Spieler müssen es „spüren“, wann die Zeit gekommen ist ihre Handkarten auszuspielen.

Haben alle Spieler ihre Handkarten erfolgreich ausgespielt, erreichen sie das nächste Level und starten dieses wie schon oben beschrieben mit einer Handkarte mehr. Die bereits ausgespielen Zahlenkarten werden wieder mit den nicht verwendeten Karten zusammengemischt, sodass immer aus allen einhundert Zahlenkarten die neue Hand gebildet werden kann. Außerdem erhält die Gruppe je nach abgeschlossenem Level neue Leben oder Wurfsterne.

TheMind3

Sollte eine ausgelegte Karte nämlich in der falschen Reihenfolge ausgespielt worden sein, so unterbricht der Spieler, der eine niedrigere Karte auf der Hand hat, das Spiel und die Gruppe verliert eines ihrer Leben. Dann werden alle Karten, die niedriger sind, als die zuletzt ausgespielte, beiseite gelegt und das Level wird fortgesetzt. Sollten die Spieler ihr letzten Leben verlieren, ist das Spiel vorbei und die Gruppe hat verloren.

Während des Spieles dürfen die Spieler jederzeit durch Handzeichen vorschlagen einen ihrer Wurfsterne einzusetzen. Stimmen auch die anderen Mitspieler dafür, so legt jeder seine niedrigste Karte offen vor sich aus, eine Wurfsternkarte wird ebenfalls beiseite gelegt, und die Runde wird wie gewohnt fortgesetzt.

Wenn die Gruppe auch das letzte Level erfolgreich gemeistert hat, gewinnt sie das Spiel.

TheMind4

Fazit

Aus spielerischer Hinsicht ist „The Mind“ ein sehr einfaches Spiel, da die Regeln nicht einfacher sein können als Karten nach ihrer Nummer auszulegen. Doch trotzdem hat es durch den Kniff des Nicht-Mitander-Redens eine unglaubliche Faszination, die von Level zu Level immer intensiver wird. Leider ist diese Faszination aber auch stark davon anhängig, ob sich die Mitspieler darauf einlassen. Denn – ob man es glaubt oder nicht – „The Mind“ schafft es, dass man sich ohne Worte und andere Zeichen so gut miteinander synchronisiert, dass es nach jeden Level einfacher wird zu spüren, wann die richtige Zeit gekommen ist seine Karten auszuspielen. Damit sollte auch klar sein, um was es sich bei „The Mind“ handelt: Es ist ein sehr interessantes aber auch kurzweiliges Erlebnis.Vor allem weil es keinen Wiederspielreiz bietet, wenn man es mit seiner Gruppe schon einmal beendet hat.

Wem „The Mind“ auf spielerischer Ebene zu trocken ist, sollte sich „Magic Maze“ ansehen, das letztes Jahr auf der Nominierungsliste zum „Spiel des Jahres“ stand. Auch dort gilt es ohne Kommunikation verschiedene Aufgaben gemeinsam zu lösen.

7/10 Punkte

Überblick

Spiel: The Mind

Autor: Wolfgang Warsch

Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag

Spieler: 2 bis 4

Spieldauer: 15 Minuten

0 Kommentare zu “The Mind

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s