Michael Kiesling hat in den letzten Monaten viel zu Feiern gehabt. Mit „Azul“ hat er nicht nur die Auszeichnung „Spiel des Jahres 2018“ gewonnen, sondern auch vor kurzem den Titel „Deutscher Spielepreis 2018“ einheimsen können. Auch das gelungene Spiel „Heaven & Ale“ war für die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ nominiert. Nun kommt beim „HUCH!“ Verlag sein neustes Werk heraus. Im namensgebenden „Outback“ in Australien ist es unsere Aufgabe den dortigen Rangern zu helfen neue Tiere anzusiedeln. Ob es sich dabei wieder um ein herausragendes Spiel handelt, finden wir gemeinsam heraus.

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Aufbau

Zu Spielbeginn nimmt sich jeder Spiele ein Spielertableau (diese sind beidseitig bedruckt, auf der Rückseite befinden sich die Felder für die sogenannte „Plus“ Version des Spieles) und jeweils fünf Punktemarker und Bonusplättchen von jeder Tierart. In der Mitte des Tisches wird der Jeep aufgestellt, auf dem die ersten fünf Tierplättchen gelegt werden. Sechs der sieben Tierwürfel werden neben dem Beutel mit weiteren Plättchen griffbereit beiseitegelegt. Ziel des Spieles ist es nun die Felder auf seinem Tableau geschickt mit den Tierplättchen zu belegen, um möglichst viele Punkte dafür zu erhalten.

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Spielverlauf

Wer am Zug ist, würfelt bis zu 3-mal. Bei jedem Wurf dürfen ein oder mehrere Würfel rausgenommen werden. Die Würfel zeigen neben den fünf Tierarten auch ein Jokersymbol, welches für jede Art benutzt werden darf, aber niemals alleine. Habe ich die erforderlichen Symbole gewürfelt, darf ich ein oder auch mehrere der auf dem Jeep liegenden Tiere auf mein Tableau legen. Die Nummern neben den entsprechenden Zeilen auf dem Landschaftsfeld geben an, wie viele Symbole ich von einem Tier benötige, um es auch dort platzieren zu können. Möchte ich also beispielsweise ein Känguru auf ein 2er-Feld legen, brauche ich am Ende meiner Würfelwürfe zwei Kängeru-Symbole. Je höher ich das Plättchen legen möchte, desto mehr Symbole brauche ich dafür. Habe ich nichts passendes gewürfelt und kann keines der ausliegenden Tierplättchen verbauen, lege ich aus dem Beutel eines der Plättchen mit der Rückseite nach oben auf meine Landschaft. Dies sollte tunlichst vermieden werden, denn jedes dieser „Verlorene Felder“-Plättchen ist zwei Minuspunkte wert.

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Wenn ein Tierplättchen auf dem Tableau ausgelegt wurde, erhält der Spieler einen Punkt für das gerade gelegte Tier plus weitere Punkte für jedes weitere Tier, welches sich in der gleichen Tiergruppe befindet. Habe ich bereits zwei nebeneinander liegenden Koalas und lege ein weiteres Tier der gleichen Art dort an, erhalte ich insgesamt drei Punkte. Der jeweilige Punktemarker wird auf der Punkteleiste am Rand des Spielertableaus entsprechend viele Felder weit bewegt. Bei jeweils drei gleichen Tieren, darf ich das passende Bonusplättchen auslegen, welches mir noch zusätzliche Punkte einbringt.

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Der Clou an der Sache ist nämlich, dass die Punkteleiste zweigeteilt ist. Am linken Rand des Spielertableaus geht sie nur bis zum neunsten Feld, danach wird die Leiste am oberen Rand entlanggeführt, beginnt aber wieder bei eins. Am Spielende werden nämlich nur die drei letzten Punktemarker auf der linken Leiste – also die drei Tiere mit den wenigsten Punkten – aber dafür alle Marker auf der oberen Leiste gewertet. Es ist also ratsam zwei der fünf Tierarten auf der oberen Punkteleiste am Spielende zu haben. Sollte ein Tier auf meinem Tableau gar nicht ausgelegt worden sein, gibt es dafür sogar drei Minuspunkte.

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In der „Plus“ Version von „Outback“ wird die Rückseite des Tableaus genutzt, auf dem mehr Landschaftsfelder vorhanden sind (nun werden alle sieben Würfel benutzt) und die Punkteleiste am linken Rand etwas länger ausfällt. Außerdem spielen in dieser Version andere Bonusplättchen mit, wie zum Beispiel „Habe fünf Koalas“ oder „Habe die unterste Reihe vollständig belegt“. Hat ein Spieler in seinem Zug die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, darf er sich die Bonusplättchen nehmen. Außerdem kann man noch vor Spielbeginn eines von vier Wertungsplättchen auswählen, welches angibt wie viele Minuspunkte die verlorenen Felder wert sind.

 

Material

Das Material von „Outback“ ist qualitativ sehr gut. Die Tableaus und Marker sind stabil, die Illustrationen sind stimmungsvoll und fangen das Thema des australischen Outbacks gut ein. Der Jeep, der vor der ersten Partie zusammengesteckt werden muss, ist ein netter Eye-Catcher.

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Fazit

In „Outback“ legen wir – wie bereits so oft bei Michael Kiesling – Plättchen auf Hexfelder. Da hier aber eine große Prise Glück dazukommt, kann es mitunter auch passieren, dass man sehr viele verlorene Felder am Ende des Spieles hat und gerade noch so auf einen zweistelligen Punktewert kommt. Das kann etwas frustrieren. Wer mit glückslastigen Spielen aber kein Problem hat, wird mit „Outback“ die eine oder anderen nette Runde erleben, wer es aber doch etwas taktischer mag, sollte weiterhin auf das ausgezeichnete „Azul“ zurückgreifen.

6/10 Punkte

Überblick

Spiel: Outback

Autor: Michael Kiesling

Verlag: HUCH!

Spieler: 2 bis 4

Spieldauer: 30 Minuten

Vielen Dank an den Verlag „HUCH!“ für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares von „Outback“

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